Der ultimative Guide für Introvertierte und Schüchterne

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KAPITEL 2.4

Gelüftet: Das Geheimnis von echtem Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein ist nichts, was wir von Beginn an entweder haben oder nicht haben. Wir können und müssen es uns erst aneignen.

Der britische Dating-Coach Matthew Hussey spricht in einem seiner Videos darüber, dass die meisten Menschen mit einem komplett falschen Bild von Selbstbewusstsein aufwachsen.¹ Ihr Fokus liegt darauf, sich in verschiedenen Lebensbereichen etwas aufzubauen: Freundschaften, Beziehungen, Anerkennung, eine tolle Position im Job oder mehr Geld, damit sie sich dieses und jenes kaufen können.

Das große Ziel dahinter? Sie wollen dadurch ihr Selbstwertgefühl steigern und die Leere, die Unsicherheit, die Angst in sich wegzaubern. Sie glauben, wenn sie das alles erst in ihrem Leben haben, werden sie sich sicherer fühlen. Glücklicher sein. Endlich ankommen. Und wenn sie es erreicht haben, fühlen sie sich tatsächlich etwas selbstbewusster. Doch etwas will nicht so ganz verschwinden: die innere Unsicherheit. Warum? Weil sie nun Angst haben müssen, alles, was sie sich aufgebaut haben, wieder zu verlieren. Ihr Selbstbewusstsein ist von diesen äußeren Faktoren abhängig – und die lassen sich schlichtweg nicht kontrollieren.

Versteh mich nicht falsch, all diese „äußeren Faktoren“ sind enorm wichtig, um ein erfülltes Leben zu führen. Sie bereichern unser Leben – und gleichzeitig ist es gefährlich, wenn wir unser Glück und unseren Selbstwert nur davon abhängig machen.

Was emotionale Wunden mit Selbstbewusstsein zu tun haben

Stell dir vor, jeder Mensch ginge mit schmerzhaften (emotionalen) Wunden durchs Leben. Wie tiefe, offene Fleischwunden, die wir uns schon in unserer Kindheit zugezogen haben. Wenn diese Wunden so sichtbar wären, wie körperliche Wunden, wäre klar, was zu tun ist: Solch tiefe Wunden müssen zuerst genau untersucht, dann gereinigt und verschlossen (geklebt, geklammert oder genäht) werden. Weil man emotionale Wunden aber leider nicht sehen kann, ist es leicht, sie zu ignorieren. Doch das ändert nichts daran, dass diese Wunden da sind – und genau wie körperliche Wunden ebenfalls unsere Aufmerksamkeit und Behandlung brauchen. Durch die Wunden fühlen wir uns unsicher, angreifbar und ängstlich. Und wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass der Schmerz endlich weggeht.

Emotionale Wunden brauchen genau wie körperliche Wunden unsere Aufmerksamkeit und Behandlung.

Irgendwann stellen wir fest, dass die Außenwelt uns (scheinbar) dabei helfen kann. Wir finden Freunde und mit ihnen an unserer Seite fühlen wir uns gleich ein bisschen sicherer. Es ist, als hätten sie ein Pflaster über die offene Wunde geklebt – und wir können den Schmerz für eine Weile vergessen. Wir suchen uns einen Partner, der uns das Gefühl geben soll, wertvoll zu sein. Er soll uns glücklich machen, denn alleine sind wir es nicht. Durch diese Beziehung bekommen wir ein weiteres Pflaster und eine weitere Wunde wird verdeckt.

Wir knüpfen Kontakte zu bestimmten Personen, wollen einen gewissen gesellschaftlichen Status erreichen und Teil einer Gruppe sein. Wir wollen dazugehören und damit der Unsicherheit entgehen, die tief in uns schlummert. Noch ein Pflaster und wir fühlen uns besser. Auch die Anerkennung für unsere Leistungen in der Schule, im Beruf oder bei Hobbys kann uns mit solchen Pflastern versorgen. Vielleicht stecken wir auch viel Zeit und Energie in unser Aussehen (durch Sport oder schicke Klamotten), oder bekommen Bestätigung durch ein teures Auto, das neueste Smartphone oder unsere Beiträge auf Social Media. Pflaster für Pflaster werden unsere Wunden verdeckt und wir bekommen mehr Selbstbewusstsein. Klingt eigentlich nach einer logischen Vorgehensweise, oder?

Der Haken ist aber: Dadurch machen wir unser Selbstbewusstsein auch von diesen äußeren Faktoren abhängig.

Wenn man uns all diese Pflaster wegnehmen würde, kämen die Wunden wieder zum Vorschein – und damit auch unsere Unsicherheiten. Wenn Beziehungen in die Brüche gehen, reißen die Personen das Pflaster wieder ab, das sie uns gegeben haben. Sie nehmen diesen Teil „unseres“ Selbstbewusstseins einfach wieder mit. Wenn wir Misserfolge erleben, verlieren wir das dazugehörige Pflaster und unser Selbstbewusstsein bricht weiter ein. Wenn unser Geld-Pflaster sich verabschiedet, sinkt auch unser Selbstwertgefühl. Und zack! – kommt die Wunde wieder zum Vorschein. Sie war nie weg, nur eben gut verdeckt. Denn so tiefe Wunden verheilen nicht, nur weil wir ein paar Pflaster drüber kleben.

Selbstbewusstsein, das von äußeren Faktoren abhängig ist, kann uns jederzeit wieder genommen werden.

intropower introvertiert selbstbewusstsein emotionale wunden

Selbstbewusstsein als Leihgabe

Im Grunde wollen wir ständig etwas von der Welt um uns herum haben: Wir leihen uns von anderen Menschen oder von Dingen eine Portion Selbstbewusstsein. Allerdings wissen wir nie, wie lang die Leihdauer dafür ist. Und wir können auch die Konditionen, zu denen wir es bekommen, nicht kontrollieren – sie können sich jederzeit verändern.

So leben wir in der ständigen Angst, „unser“ Selbstbewusstsein wieder zu verlieren. Dadurch fällt es uns natürlich auch schwer, authentisch in dem zu sein, was wir sagen oder tun. Wir sind darauf bedacht, unsere Worte und Handlungen an das anzupassen, was andere wollen (oder was wir glauben, was die anderen wollen). Wir scheuen uns davor, Grenzen aufzuzeigen oder schwierige Gespräche zu führen. Schließlich könnten wir ja unsere Beziehungen (und damit unser Selbstbewusstsein) auf’s Spiel setzen!

Und wenn du dir jetzt denkst: Es muss doch aber auch einen Weg geben, Selbstbewusstsein zu entwickeln, das von äußeren Faktoren unabhängig ist – ja, den gibt es. Dazu müssen wir die beiden Teile umdrehen: Selbstbewusstsein von innen aufzubauen ist der erste Schritt und erst der zweite führt uns dann in die Außenwelt. Wir heilen zuerst unsere Wunden und können der Außenwelt danach ganz anders gegenübertreten.

Echtes Selbstbewusstsein macht den Unterschied

Stell dir vor, dein Selbstbewusstsein wäre so unerschütterlich, dass es selbst harte Rückschläge wie eine Kündigung oder eine Trennung überstehen würde. Du hast deine Verletzungen geheilt und fühlst dich innerlich stark – weil niemand mehr den sprichwörtlichen Finger in deine Wunden legen kann. Du weißt, dass dein größter Reichtum in dir selbst liegt. In dem, was dich persönlich ausmacht, und nicht in dem, was du erreicht hast, was du besitzt oder wen du kennst.

Du vertraust auf deine Fähigkeiten und weißt, dass du mit allem irgendwie fertig wirst, egal, was auf dich zukommt. Ein entspanntes Gefühl, oder? Wenn etwas schief läuft oder andere Menschen dich kritisieren und ablehnen, bringt dich das nicht mehr aus dem Gleichgewicht. Du bist nicht mehr darauf angewiesen, dass andere Menschen dir Selbstbewusstsein verleihen. Also können sie es dir auch nicht mehr nehmen.

Das bringt dich in eine Position, von der aus du dich ganz anders verhalten kannst. Du kannst deine Meinung mit anderen teilen, ohne Angst vor Ablehnung zu haben. Du kannst anderen Menschen Grenzen setzen, ohne dich von dem Gedanken beeinflussen zu lassen, dass sie sich dann von dir abwenden könnten. Du kannst deine ruhige Art ganz selbstbewusst ausleben, egal wie andere das finden. Generell kannst du viel gelassener an deine Beziehungen, deine Karriere und andere Lebensbereiche herangehen. Denn dein Fokus liegt nicht mehr darauf, etwas zu bekommen – stattdessen kannst du selbst etwas geben.

Natürlich tut es immer noch weh, wenn eine Freundschaft, eine Beziehung oder ein Job sich aus deinem Leben verabschieden. Aber das beeinflusst dein Selbstbewusstsein nicht mehr. Du weißt, dass du daran wachsen und dir jederzeit wieder etwas Neues aufbauen kannst. Weil du von dir selbst, deinem Wert und deinen Fähigkeiten überzeugt bist.

Der Weg zu echtem Selbstbewusstsein

Um dorthin zu gelangen, kann man natürlich nicht einfach einen Schalter umlegen oder eine Wunderpille schlucken. Es ist ein innerer Prozess, den wir durchlaufen müssen. Wir müssen all das loslassen, was zwischen uns und unserer wahren Stärke steht. Das können z. B. die Meinungen anderer Menschen sein, falsche Rückschlüsse, die wir als Kinder gezogen haben oder schmerzhafte Erfahrungen, die wir verdrängt haben.

Deshalb ist der erste Schritt: eine liebevolle Beziehung zu dir selbst aufzubauen. Und das betrifft nicht nur deine introvertierte Seite (die du in diesem Guide schon ausführlich kennengelernt hast), sondern alle deine Facetten.

intropower introvertiert selbstbewusstsein geheimnis innen vs. außen
1 Vgl.: www.youtube.com/gettheguyteam, Why Everything You Know About Confidence Is Wrong (Matthew Hussey, Get The Guy), 09.06.2019
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Selbstbewusstsein ist nichts, was wir von Beginn an entweder haben oder nicht haben. Wir können und müssen es uns erst aneignen.

Der britische Dating-Coach Matthew Hussey spricht in einem seiner Videos darüber, dass die meisten Menschen mit einem komplett falschen Bild von Selbstbewusstsein aufwachsen.¹ Ihr Fokus liegt darauf, sich in verschiedenen Lebensbereichen etwas aufzubauen: Freundschaften, Beziehungen, Anerkennung, eine tolle Position im Job oder mehr Geld, damit sie sich dieses und jenes kaufen können.

Das große Ziel dahinter? Sie wollen dadurch ihr Selbstwertgefühl steigern und die Leere, die Unsicherheit, die Angst in sich wegzaubern. Sie glauben, wenn sie das alles erst in ihrem Leben haben, werden sie sich sicherer fühlen. Glücklicher sein. Endlich ankommen. Und wenn sie es erreicht haben, fühlen sie sich tatsächlich etwas selbstbewusster. Doch etwas will nicht so ganz verschwinden: die innere Unsicherheit. Warum? Weil sie nun Angst haben müssen, alles, was sie sich aufgebaut haben, wieder zu verlieren. Ihr Selbstbewusstsein ist von diesen äußeren Faktoren abhängig – und die lassen sich schlichtweg nicht kontrollieren.

Versteh mich nicht falsch, all diese „äußeren Faktoren“ sind enorm wichtig, um ein erfülltes Leben zu führen. Sie bereichern unser Leben – und gleichzeitig ist es gefährlich, wenn wir unser Glück und unseren Selbstwert nur davon abhängig machen.

Was emotionale Wunden mit Selbstbewusstsein zu tun haben

Stell dir vor, jeder Mensch ginge mit schmerzhaften (emotionalen) Wunden durchs Leben. Wie tiefe, offene Fleischwunden, die wir uns schon in unserer Kindheit zugezogen haben. Wenn diese Wunden so sichtbar wären, wie körperliche Wunden, wäre klar, was zu tun ist: Solch tiefe Wunden müssen zuerst genau untersucht, dann gereinigt und verschlossen (geklebt, geklammert oder genäht) werden. Weil man emotionale Wunden aber leider nicht sehen kann, ist es leicht, sie zu ignorieren. Doch das ändert nichts daran, dass diese Wunden da sind – und genau wie körperliche Wunden ebenfalls unsere Aufmerksamkeit und Behandlung brauchen. Durch die Wunden fühlen wir uns unsicher, angreifbar und ängstlich. Und wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass der Schmerz endlich weggeht.

Emotionale Wunden brauchen genau wie körperliche Wunden unsere Aufmerksamkeit und Behandlung.

Irgendwann stellen wir fest, dass die Außenwelt uns (scheinbar) dabei helfen kann. Wir finden Freunde und mit ihnen an unserer Seite fühlen wir uns gleich ein bisschen sicherer. Es ist, als hätten sie ein Pflaster über die offene Wunde geklebt – und wir können den Schmerz für eine Weile vergessen. Wir suchen uns einen Partner, der uns das Gefühl geben soll, wertvoll zu sein. Er soll uns glücklich machen, denn alleine sind wir es nicht. Durch diese Beziehung bekommen wir ein weiteres Pflaster und eine weitere Wunde wird verdeckt.

Wir knüpfen Kontakte zu bestimmten Personen, wollen einen gewissen gesellschaftlichen Status erreichen und Teil einer Gruppe sein. Wir wollen dazugehören und damit der Unsicherheit entgehen, die tief in uns schlummert. Noch ein Pflaster und wir fühlen uns besser. Auch die Anerkennung für unsere Leistungen in der Schule, im Beruf oder bei Hobbys kann uns mit solchen Pflastern versorgen. Vielleicht stecken wir auch viel Zeit und Energie in unser Aussehen (durch Sport oder schicke Klamotten), oder bekommen Bestätigung durch ein teures Auto, das neueste Smartphone oder unsere Beiträge auf Social Media. Pflaster für Pflaster werden unsere Wunden verdeckt und wir bekommen mehr Selbstbewusstsein. Klingt eigentlich nach einer logischen Vorgehensweise, oder?

Der Haken ist aber: Dadurch machen wir unser Selbstbewusstsein auch von diesen äußeren Faktoren abhängig.

Wenn man uns all diese Pflaster wegnehmen würde, kämen die Wunden wieder zum Vorschein – und damit auch unsere Unsicherheiten. Wenn Beziehungen in die Brüche gehen, reißen die Personen das Pflaster wieder ab, das sie uns gegeben haben. Sie nehmen diesen Teil „unseres“ Selbstbewusstseins einfach wieder mit. Wenn wir Misserfolge erleben, verlieren wir das dazugehörige Pflaster und unser Selbstbewusstsein bricht weiter ein. Wenn unser Geld-Pflaster sich verabschiedet, sinkt auch unser Selbstwertgefühl. Und zack! – kommt die Wunde wieder zum Vorschein. Sie war nie weg, nur eben gut verdeckt. Denn so tiefe Wunden verheilen nicht, nur weil wir ein paar Pflaster drüber kleben.

Selbstbewusstsein, das von äußeren Faktoren abhängig ist, kann uns jederzeit wieder genommen werden.

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Selbstbewusstsein als Leihgabe

Im Grunde wollen wir ständig etwas von der Welt um uns herum haben: Wir leihen uns von anderen Menschen oder von Dingen eine Portion Selbstbewusstsein. Allerdings wissen wir nie, wie lang die Leihdauer dafür ist. Und wir können auch die Konditionen, zu denen wir es bekommen, nicht kontrollieren – sie können sich jederzeit verändern.

So leben wir in der ständigen Angst, „unser“ Selbstbewusstsein wieder zu verlieren. Dadurch fällt es uns natürlich auch schwer, authentisch in dem zu sein, was wir sagen oder tun. Wir sind darauf bedacht, unsere Worte und Handlungen an das anzupassen, was andere wollen (oder was wir glauben, was die anderen wollen). Wir scheuen uns davor, Grenzen aufzuzeigen oder schwierige Gespräche zu führen. Schließlich könnten wir ja unsere Beziehungen (und damit unser Selbstbewusstsein) auf’s Spiel setzen!

Und wenn du dir jetzt denkst: Es muss doch aber auch einen Weg geben, Selbstbewusstsein zu entwickeln, das von äußeren Faktoren unabhängig ist – ja, den gibt es. Dazu müssen wir die beiden Teile umdrehen: Selbstbewusstsein von innen aufzubauen ist der erste Schritt und erst der zweite führt uns dann in die Außenwelt. Wir heilen zuerst unsere Wunden und können der Außenwelt danach ganz anders gegenübertreten.

Echtes Selbstbewusstsein macht den Unterschied

Stell dir vor, dein Selbstbewusstsein wäre so unerschütterlich, dass es selbst harte Rückschläge wie eine Kündigung oder eine Trennung überstehen würde. Du hast deine Verletzungen geheilt und fühlst dich innerlich stark – weil niemand mehr den sprichwörtlichen Finger in deine Wunden legen kann. Du weißt, dass dein größter Reichtum in dir selbst liegt. In dem, was dich persönlich ausmacht, und nicht in dem, was du erreicht hast, was du besitzt oder wen du kennst.

Du vertraust auf deine Fähigkeiten und weißt, dass du mit allem irgendwie fertig wirst, egal, was auf dich zukommt. Ein entspanntes Gefühl, oder? Wenn etwas schief läuft oder andere Menschen dich kritisieren und ablehnen, bringt dich das nicht mehr aus dem Gleichgewicht. Du bist nicht mehr darauf angewiesen, dass andere Menschen dir Selbstbewusstsein verleihen. Also können sie es dir auch nicht mehr nehmen.

Das bringt dich in eine Position, von der aus du dich ganz anders verhalten kannst. Du kannst deine Meinung mit anderen teilen, ohne Angst vor Ablehnung zu haben. Du kannst anderen Menschen Grenzen setzen, ohne dich von dem Gedanken beeinflussen zu lassen, dass sie sich dann von dir abwenden könnten. Du kannst deine ruhige Art ganz selbstbewusst ausleben, egal wie andere das finden. Generell kannst du viel gelassener an deine Beziehungen, deine Karriere und andere Lebensbereiche herangehen. Denn dein Fokus liegt nicht mehr darauf, etwas zu bekommen – stattdessen kannst du selbst etwas geben.

Natürlich tut es immer noch weh, wenn eine Freundschaft, eine Beziehung oder ein Job sich aus deinem Leben verabschieden. Aber das beeinflusst dein Selbstbewusstsein nicht mehr. Du weißt, dass du daran wachsen und dir jederzeit wieder etwas Neues aufbauen kannst. Weil du von dir selbst, deinem Wert und deinen Fähigkeiten überzeugt bist.

Der Weg zu echtem Selbstbewusstsein

Um dorthin zu gelangen, kann man natürlich nicht einfach einen Schalter umlegen oder eine Wunderpille schlucken. Es ist ein innerer Prozess, den wir durchlaufen müssen. Wir müssen all das loslassen, was zwischen uns und unserer wahren Stärke steht. Das können z. B. die Meinungen anderer Menschen sein, falsche Rückschlüsse, die wir als Kinder gezogen haben oder schmerzhafte Erfahrungen, die wir verdrängt haben.

Deshalb ist der erste Schritt: eine liebevolle Beziehung zu dir selbst aufzubauen. Und das betrifft nicht nur deine introvertierte Seite (die du in diesem Guide schon ausführlich kennengelernt hast), sondern alle deine Facetten.

intropower introvertiert selbstbewusstsein geheimnis innen vs. außen
1 Vgl.: www.youtube.com/gettheguyteam, Why Everything You Know About Confidence Is Wrong (Matthew Hussey, Get The Guy), 09.06.2019
ZUM VORIGEN KAPITEL
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Gelüftet: Das Geheimnis von echtem Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein ist nichts, was wir von Beginn an entweder haben oder nicht haben. Wir können und müssen es uns erst aneignen.

Der britische Dating-Coach Matthew Hussey spricht in einem seiner Videos darüber, dass die meisten Menschen mit einem komplett falschen Bild von Selbstbewusstsein aufwachsen.¹ Ihr Fokus liegt darauf, sich in verschiedenen Lebensbereichen etwas aufzubauen: Freundschaften, Beziehungen, Anerkennung, eine tolle Position im Job oder mehr Geld, damit sie sich dieses und jenes kaufen können.

Das große Ziel dahinter? Sie wollen dadurch ihr Selbstwertgefühl steigern und die Leere, die Unsicherheit, die Angst in sich wegzaubern. Sie glauben, wenn sie das alles erst in ihrem Leben haben, werden sie sich sicherer fühlen. Glücklicher sein. Endlich ankommen. Und wenn sie es erreicht haben, fühlen sie sich tatsächlich etwas selbstbewusster. Doch etwas will nicht so ganz verschwinden: die innere Unsicherheit. Warum? Weil sie nun Angst haben müssen, alles, was sie sich aufgebaut haben, wieder zu verlieren. Ihr Selbstbewusstsein ist von diesen äußeren Faktoren abhängig – und die lassen sich schlichtweg nicht kontrollieren.

Versteh mich nicht falsch, all diese „äußeren Faktoren“ sind enorm wichtig, um ein erfülltes Leben zu führen. Sie bereichern unser Leben – und gleichzeitig ist es gefährlich, wenn wir unser Glück und unseren Selbstwert nur davon abhängig machen.

Was emotionale Wunden mit Selbstbewusstsein zu tun haben

Stell dir vor, jeder Mensch ginge mit schmerzhaften (emotionalen) Wunden durchs Leben. Wie tiefe, offene Fleischwunden, die wir uns schon in unserer Kindheit zugezogen haben. Wenn diese Wunden so sichtbar wären, wie körperliche Wunden, wäre klar, was zu tun ist: Solch tiefe Wunden müssen zuerst genau untersucht, dann gereinigt und verschlossen (geklebt, geklammert oder genäht) werden. Weil man emotionale Wunden aber leider nicht sehen kann, ist es leicht, sie zu ignorieren. Doch das ändert nichts daran, dass diese Wunden da sind – und genau wie körperliche Wunden ebenfalls unsere Aufmerksamkeit und Behandlung brauchen. Durch die Wunden fühlen wir uns unsicher, angreifbar und ängstlich. Und wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass der Schmerz endlich weggeht.

Emotionale Wunden brauchen genau wie körperliche Wunden unsere Aufmerksamkeit und Behandlung.

Irgendwann stellen wir fest, dass die Außenwelt uns (scheinbar) dabei helfen kann. Wir finden Freunde und mit ihnen an unserer Seite fühlen wir uns gleich ein bisschen sicherer. Es ist, als hätten sie ein Pflaster über die offene Wunde geklebt – und wir können den Schmerz für eine Weile vergessen.

Wir suchen uns einen Partner, der uns das Gefühl geben soll, wertvoll zu sein. Er soll uns glücklich machen, denn alleine sind wir es nicht. Durch diese Beziehung bekommen wir ein weiteres Pflaster und eine weitere Wunde wird verdeckt. Wir knüpfen Kontakte zu bestimmten Personen, wollen einen gewissen gesellschaftlichen Status erreichen und Teil einer Gruppe sein. Wir wollen dazugehören und damit der Unsicherheit entgehen, die tief in uns schlummert. Noch ein Pflaster und wir fühlen uns besser.

Auch die Anerkennung für unsere Leistungen in der Schule, im Beruf oder bei Hobbys kann uns mit solchen Pflastern versorgen. Vielleicht stecken wir auch viel Zeit und Energie in unser Aussehen (durch Sport oder schicke Klamotten), oder bekommen Bestätigung durch ein teures Auto, das neueste Smartphone oder unsere Beiträge auf Social Media. Pflaster für Pflaster werden unsere Wunden verdeckt und wir bekommen mehr Selbstbewusstsein. Klingt eigentlich nach einer logischen Vorgehensweise, oder?

Der Haken ist aber: Dadurch machen wir unser Selbstbewusstsein auch von diesen äußeren Faktoren abhängig.

Wenn man uns all diese Pflaster wegnehmen würde, kämen die Wunden wieder zum Vorschein – und damit auch unsere Unsicherheiten. Wenn Beziehungen in die Brüche gehen, reißen die Personen das Pflaster wieder ab, das sie uns gegeben haben. Sie nehmen diesen Teil „unseres“ Selbstbewusstseins einfach wieder mit.

Wenn wir Misserfolge erleben, verlieren wir das dazugehörige Pflaster und unser Selbstbewusstsein bricht weiter ein. Wenn unser Geld-Pflaster sich verabschiedet, sinkt auch unser Selbstwertgefühl. Und zack! – kommt die Wunde wieder zum Vorschein. Sie war nie weg, nur eben gut verdeckt. Denn so tiefe Wunden verheilen nicht, nur weil wir ein paar Pflaster drüber kleben.

Selbstbewusstsein, das von äußeren Faktoren abhängig ist, kann uns jederzeit wieder genommen werden.

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Selbstbewusstsein als Leihgabe

Im Grunde wollen wir ständig etwas von der Welt um uns herum haben: Wir leihen uns von anderen Menschen oder von Dingen eine Portion Selbstbewusstsein. Allerdings wissen wir nie, wie lang die Leihdauer dafür ist. Und wir können auch die Konditionen, zu denen wir es bekommen, nicht kontrollieren – sie können sich jederzeit verändern.

So leben wir in der ständigen Angst, „unser“ Selbstbewusstsein wieder zu verlieren. Dadurch fällt es uns natürlich auch schwer, authentisch in dem zu sein, was wir sagen oder tun. Wir sind darauf bedacht, unsere Worte und Handlungen an das anzupassen, was andere wollen (oder was wir glauben, was die anderen wollen). Wir scheuen uns davor, Grenzen aufzuzeigen oder schwierige Gespräche zu führen. Schließlich könnten wir ja unsere Beziehungen (und damit unser Selbstbewusstsein) auf’s Spiel setzen!

Und wenn du dir jetzt denkst: Es muss doch aber auch einen Weg geben, Selbstbewusstsein zu entwickeln, das von äußeren Faktoren unabhängig ist – ja, den gibt es. Dazu müssen wir die beiden Teile umdrehen: Selbstbewusstsein von innen aufzubauen ist der erste Schritt und erst der zweite führt uns dann in die Außenwelt. Wir heilen zuerst unsere Wunden und können der Außenwelt danach ganz anders gegenübertreten.

Echtes Selbstbewusstsein macht den Unterschied

Stell dir vor, dein Selbstbewusstsein wäre so unerschütterlich, dass es selbst harte Rückschläge wie eine Kündigung oder eine Trennung überstehen würde. Du hast deine Verletzungen geheilt und fühlst dich innerlich stark – weil niemand mehr den sprichwörtlichen Finger in deine Wunden legen kann. Du weißt, dass dein größter Reichtum in dir selbst liegt. In dem, was dich persönlich ausmacht, und nicht in dem, was du erreicht hast, was du besitzt oder wen du kennst.

Du vertraust auf deine Fähigkeiten und weißt, dass du mit allem irgendwie fertig wirst, egal, was auf dich zukommt. Ein entspanntes Gefühl, oder? Wenn etwas schief läuft oder andere Menschen dich kritisieren und ablehnen, bringt dich das nicht mehr aus dem Gleichgewicht. Du bist nicht mehr darauf angewiesen, dass andere Menschen dir Selbstbewusstsein verleihen. Also können sie es dir auch nicht mehr nehmen.

Das bringt dich in eine Position, von der aus du dich ganz anders verhalten kannst. Du kannst deine Meinung mit anderen teilen, ohne Angst vor Ablehnung zu haben. Du kannst anderen Menschen Grenzen setzen, ohne dich von dem Gedanken beeinflussen zu lassen, dass sie sich dann von dir abwenden könnten. Du kannst deine ruhige Art ganz selbstbewusst ausleben, egal wie andere das finden. Generell kannst du viel gelassener an deine Beziehungen, deine Karriere und andere Lebensbereiche herangehen. Denn dein Fokus liegt nicht mehr darauf, etwas zu bekommen – stattdessen kannst du selbst etwas geben.

Natürlich tut es immer noch weh, wenn eine Freundschaft, eine Beziehung oder ein Job sich aus deinem Leben verabschieden. Aber das beeinflusst dein Selbstbewusstsein nicht mehr. Du weißt, dass du daran wachsen und dir jederzeit wieder etwas Neues aufbauen kannst. Weil du von dir selbst, deinem Wert und deinen Fähigkeiten überzeugt bist.

Der Weg zu echtem Selbstbewusstsein

Um dorthin zu gelangen, kann man natürlich nicht einfach einen Schalter umlegen oder eine Wunderpille schlucken. Es ist ein innerer Prozess, den wir durchlaufen müssen. Wir müssen all das loslassen, was zwischen uns und unserer wahren Stärke steht. Das können z. B. die Meinungen anderer Menschen sein, falsche Rückschlüsse, die wir als Kinder gezogen haben oder schmerzhafte Erfahrungen, die wir verdrängt haben.

Deshalb ist der erste Schritt: eine liebevolle Beziehung zu dir selbst aufzubauen. Und das betrifft nicht nur deine introvertierte Seite (die du in diesem Guide schon ausführlich kennengelernt hast), sondern alle deine Facetten.

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